FAQs zum Skontoabzug

Hier noch einige der Fragen, die unsere Mandanten uns zu diesem Thema stellen:

1) Wird Skonto üblicherweise vom Netto- oder vom Brutto-Rechnungsbetrag gezogen?

Üblicherweise vom Brutto-Rechnungsbetrag.

Beispiel: Die Rechnung beläuft sich auf 1.000 Euro netto zzgl. 190 Euro USt, also 1.190 Euro brutto. Bei 3% Skonto darf der Kunde 1.190 x 3% abziehen (so kann man es auch in den Taschenrechner eintippen), muss also 35,70 Euro weniger überweisen.

2) Wenn der Rechnungsbetrag Frachtkosten enthält, wird darauf normalerweise Skonto gewährt?

Das ist Vereinbarungsfrage. Skontoabzug wird gewährt, d.h. es ist ein Entgegenkommen des Verkäufers, der dann auch die Regeln bestimmt, es sei denn natürlich, es wurde ausdrücklich vorher im Liefervertrag vereinbart. Dass und in welcher Höhe Skonto vom Verkäufer gewährt wird, muss spätestens in der Rechnung stehen.

3) Hängen die Antworten zu 1) und 2) vielleicht von der Marktüblichkeit ab?

s. 2) Wenn im Vertrag nur “3% Skonto bei Zahlung innerhalb von … Tagen ab Rechnungserhalt” ohne weitere Angaben steht, hängt es von der Auslegung des Vertrags und falls es einen Handelsbrauch gibt, auch von diesem ab, was als vereinbart gilt.

Wenn nichts näheres definiert ist und es auch keinen Handelsbrauch gibt, rechnet man bei den oben genannten “Tagen” mit Kalendertagen, nicht mit Werktagen.

4) Kann man auch Skonto abziehen, wenn es nicht vereinbart ist?
Nein. Skonto kann nur abgezogen werden, wenn der Verkäufer damit einverstanden ist.

5) Muss auf der Rechnung ausdrücklich stehen, dass man Skonto abziehen darf?
Wenn Skontoabzug vorher vertraglich vereinbart wurde, darf der Kunde auch dann Skonto abziehen, wenn auf der Rechnung dazu nichts steht. Ansonsten gilt 4).

6) Auf meiner Rechnung steht “2% Skonto bei Zahlung sofort!”. Was bedeutet in diesem Fall “sofort”?
Der Rechnungsaussteller meint sicherlich “sofort nach Rechnungserhalt”, wenn er so etwas auf die Rechnung schreibt, aber “sofort” ist als Begriff juristisch natürlich nicht trennscharf definiert. Wenn man die Rechnung binnen 1-2 Tagen nach Rechnungserhalt bezahlt, wird vermutlich kein Lieferant Probleme machen, der sich zuvor selbst so unklar ausgedrückt hat. Und man liegt innerhalb dieser Frist jedenfalls in der Bandbreite, welche der Jurist als “unverzüglich, ohne schuldhaftes Zögern” bezeichnet und das kommt einer Definition von “sofort” ziemlich nahe.

7) Auf meiner Rechnung steht “zahlbar rein netto” oder “zahlbar rein netto Kasse”. Was darf ich abziehen?
“Zahlbar rein netto” oder “zahlbar rein netto Kasse” ist leider sehr missverständlich: Dieser Handelsbrauch bedeutet nämlich tatsächlich, dass man kein Skonto abziehen darf und dass man natürlich auch die Umsatzsteuer bezahlen muss.
Also: Ausgewiesener Rechnungsbetrag brutto = Rechnungsbetrag, der gezahlt werden muss.

Ich habe versucht herauszukommen, wie dieser Begriff entstanden ist, bin aber leider nicht fündig geworden. Wenn jemand etwas zur Historie beitragen kann – gerne!

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Über huebnerrecht

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